{"id":2806,"date":"2026-02-10T15:58:53","date_gmt":"2026-02-10T15:58:53","guid":{"rendered":"https:\/\/kahlimamag.ch\/blog\/?p=2806"},"modified":"2026-02-10T15:58:53","modified_gmt":"2026-02-10T15:58:53","slug":"nichts-ist-so-stark-wie-eine-frau-die-beschlossen-hat-sich-nicht-mehr-beugen-zu-lassen-unbekannt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kahlimamag.ch\/blog\/nichts-ist-so-stark-wie-eine-frau-die-beschlossen-hat-sich-nicht-mehr-beugen-zu-lassen-unbekannt\/","title":{"rendered":"&#8222;Nichts ist so stark wie eine Frau, die beschlossen hat, sich nicht mehr beugen zu lassen&#8220; &#8211; Unbekannt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Manchmal muss man durch den Schmerz gehen, ehe die innere Weisheit sich verfestigen kann. Manchmal braucht es Tiefschl\u00e4ge, um am Ende die S\u00fcsse der inneren Freiheit zu kosten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Isabells Geschichte <\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die erste Beziehung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie h\u00e4tte ich ahnen k\u00f6nnen, dass er unter Psychosen litt? Ich meine: echte psychische Probleme \u2013 solche, die ihn das n\u00e4chtliche Weinen unseres gemeinsamen Kindes nicht ertragen lie\u00dfen. So sehr, dass es ihm zu viel wurde, er zu schreien begann. So sehr, dass mir die Angst den Nacken hinaufkroch, sobald er seine Anf\u00e4lle bekam.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ging alles sehr schnell zwischen uns. Wir lernten uns inmitten der Rhythmen des Reggae kennen, beide fest verwurzelt in der Rastafari-Community. Damals war mir nicht bewusst, in welch patriarchal gefestigter Struktur ich mich bewegte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich f\u00fchlte mich immer anders, wollte ausbrechen aus der gesellschaftlichen Norm und wandte mich meiner selbst gew\u00e4hlten Religion zu. Hier suchte ich Boden unter den F\u00fcssen, fand Gemeinschaft, Zugeh\u00f6rigkeit \u2013 eine f\u00fcr mich vorgefertigte Rolle. Ich wollte mich anpassen, akzeptiert werden, fand Gefallen an der Vorstellung, eine jener Frauen zu sein, die sich dem konservativen Rollenbild hingaben. R\u00fcckblickend lie\u00df ich mich wohl mitrei\u00dfen und erkannte nicht, wie eng die Denkmuster in der Rastabewegung verankert waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht suchte ich Anerkennung und ein Familienleben jenseits der \u00fcblichen Konventionen. Ich wurde schwanger und bejahte, was mein Partner und ich miteinander hatten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch als der Alltag einkehrte und das viel zu fr\u00fch geborene Baby endlich nach Hause kam und unsere ganze Aufmerksamkeit brauchte, wurde seine Stimme lauter, seine Ber\u00fchrungen h\u00e4rter, seine Gesichtsz\u00fcge kantiger. Mit der Zeit konnte ich nicht mehr ignorieren, dass etwas nicht stimmte. Sein Verhalten ging \u00fcber schlechte Laune hinaus \u2013 es wirkte fremd, unberechenbar, furchteinfl\u00f6\u00dfend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schlafzimmert\u00fcr knallte immer \u00f6fter. Mit schweren Schritten verlie\u00df er manchmal mitten in der Nacht die Wohnung. Etwas dr\u00fcckte auf seiner Brust \u2013 die neue Verantwortung. Familie, Frau, Alltag. Die Sicherungen brannten durch. Er wurde zur Gefahr f\u00fcr sich selbst, f\u00fcr mich und unser Kind. Es folgte eine Zwangseinweisung in die Psychiatrie. Meine Kraft reichte nicht f\u00fcr ein Baby und einen psychisch kranken Mann. Also entschied ich mich f\u00fcr die Trennung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann trafen sie mich; die Schuldzuweisungen, die Verurteilungen von au\u00dfen. Es hie\u00dfe doch: in guten wie in schlechten Zeiten. Ich k\u00f6nne ihn doch nicht verlassen, nicht jetzt. Aber ich musste. Ich musste ihn verlassen \u2013 f\u00fcr mein Kind, f\u00fcr mich selbst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich verzichtete auf Alimente und bestritt meinen Lebensunterhalt allein. Meine Schwester und ich zogen zusammen und wechselten uns mit Arbeiten und der Kinderbetreuung ab. Unsere beiden Kinder wuchsen in den ersten Jahren wie Geschwister auf. Mein Sohn pflegte weiterhin regelm\u00e4ssigen Kontakt zu seinem Vater \u2013 behutsam, und ich stets in Alarmbereitschaft. Bald trat eine neue Frau in sein Leben, und mit ihr wurden seine Ausbr\u00fcche gewaltt\u00e4tiger, unberechenbarer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eines Tages, als unser Sohn bei ihm und seiner Freundin zu Besuch war, entf\u00fchrte er ihn. Er brachte ihn zu einer Nachbarin und drohte mir, ihn nicht mehr herauszugeben. Polizei, Klinik \u2013 eine Spirale, die sich drehte und der ich sechzehn Jahre lang nicht entkommen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er ist der Vater meines Kindes \u2013 ein Mann, der niemanden an seiner Seite hatte, der ihn h\u00e4tte begleiten k\u00f6nnen in diesem vom Wahn durchtr\u00e4nkten Leben. Seine Freundin verlie\u00df ihn, nachdem er ihr wehgetan hatte. Er schleifte sie an den Haaren durch die Wohnung, wenn dieses Monster, das ihn immer wieder heimsuchte, von ihm Besitz ergriff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie h\u00e4tte ich ihn jemals ganz fallen lassen k\u00f6nnen? Wie h\u00e4tte ich die Augen verschlie\u00dfen k\u00f6nnen, als ich eines Tages mit seiner Mutter am Pult der \u00c4rztin sa\u00df, sie aus ihrer Tasche ein Foto von ihm zog, es auf den Tisch knallte und aufgebracht den Raum verlie\u00df \u2013 mit den Worten: \u201eDieser 15\u2011j\u00e4hrige Junge hier, das ist mein Sohn! So will ich ihn wiederhaben. So, wie er heute ist, ist er nicht mehr mein Kind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Moment erkannte ich den tief sitzenden Frauenhass, der in ihm wohnte. Seine Seele war von Wunden durchzogen. Und trotz allem war ich f\u00fcr ihn da.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die zweite Beziehung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einige Jahre zuvor, am Ende meiner Jugendzeit, tauchte ein Mann in meinem Blickfeld auf: schmaler K\u00f6rper, dunkle Haut, Rastalocken bis zu den H\u00fcften. Er hatte etwas Unnahbares an sich und verspr\u00fchte einen Charme, der vermutlich nicht nur meine Aufmerksamkeit erregte \u2013 das war mir bewusst. Trotzdem zog er mich magisch an, und ich verliebte mich in ihn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er war ein klassischer Badboy. In seiner Ausstrahlung lag das Abenteuerliche. Ich ahnte, dass er mir nicht guttun w\u00fcrde, doch ich hoffte, ich k\u00f6nnte diejenige sein, f\u00fcr die er sich \u00e4ndern w\u00fcrde. So kam es jedoch nicht. Unsere Wege trennten sich, verliefen in verschiedene Richtungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als mein Sohn f\u00fcnf Jahre alt war, kreuzten sich unsere Pfade erneut. Die Liebe flackerte wieder auf, und wir begannen eine Beziehung. Nat\u00fcrlich war da ein Funke Misstrauen, aber nie so stark, dass er die Hoffnung \u00fcberdeckte, die sich an mich klammerte. Hoffnung auf tiefe Liebe, auf einen Mann f\u00fcrs Leben, auf eine Familie. Er fand die richtigen Worte, um meine Schmetterlinge noch h\u00f6her tanzen zu lassen. Pinselte mir den Honig um den Mund, best\u00e4ubte mich wie die Biene die Blume \u2013 bis eines Tages ein neues Leben in mir heranwuchs: unsere Tochter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab diesem Moment kippte seine anf\u00e4ngliche Euphorie. Die s\u00fc\u00dfen Versprechungen verpufften. Er ging. Wollte kein Kind. Nicht noch eines mehr. Er lie\u00df mich mit meinen beiden Kindern zur\u00fcck. Kam hin und wieder vorbei, in der Hoffnung, ich w\u00fcrde ihm einen Platz in meinem Bett anbieten. Als er merkte, dass ich das nicht tat, verschwand er endg\u00fcltig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst als die Kleine in die Pubert\u00e4t kam, sprach sie den Wunsch aus, ihren Vater kennenzulernen. Also machten wir uns auf den Weg nach Frankreich, wo er seit einigen Jahren lebte. Wir fanden ihn in einer kleinen, \u00fcberstellten, mit Schmutz \u00fcberzogenen Wohnung vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ern\u00fcchterung stand unserer Tochter ins Gesicht geschrieben, als sie erkennen musste, dass ihre Vorstellung von einem Vater in einer Sackgasse endete. Dass ihr eigener Vater es nicht einmal schaffte, seine Tochter \u2013 die er seit \u00fcber neun Jahren nicht mehr gesehen hatte \u2013 in einem w\u00fcrdigen Zustand zu empfangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Abend, bevor wir wieder abreisten, hatte er eine \u00dcberraschung parat: Er fuhr uns mit seinem Auto in eine unbekannte Gegend. Als wir ausstiegen, standen zwei weitere jugendliche M\u00e4dchen vor uns \u2013 ihre Geschwister. \u201eUmarmt euch, ihr seid Schwestern! Freundet euch an!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mir fiel die Kinnlade herunter. Wie konnte er uns alle so \u00fcberrumpeln, uns in eine Situation werfen, die niemand von uns fassen konnte? Danach vergingen wieder Monate, vielleicht sogar ein Jahr, bis er sich erneut meldete. Und heute \u2013 heute tr\u00f6pfeln nur noch vereinzelte Nachrichten herein: \u201eEs w\u00e4re sch\u00f6n, euch wiederzusehen.\u201c \u201eAlles Gute zum Geburtstag, meine Kleine.\u201c \u201eIch bin wieder Vater geworden!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Tiefpunkt<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass ich noch am Leben bin, verdanke ich meinen Kindern. Nach der letzten Trennung gab es eine Zeit, in der es nie wirklich hell wurde. Die schwere Decke auf meinem K\u00f6rper war der einzige Schutz, der mir behagte, der mir Zuflucht schenkte. Vielleicht h\u00e4tte ich die Packung Tabletten nicht wieder in den Schrank zur\u00fcckgelegt, wenn ich nicht an meine beiden T\u00f6chter gedacht h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meinen Sohn h\u00e4tte ich zur\u00fccklassen k\u00f6nnen \u2013 er w\u00e4re zurechtgekommen ohne mich. Er war alt genug, um ohne seine Mutter weiterzuleben. Aber meine T\u00f6chter? Wer h\u00e4tte ihnen gesagt, wie sch\u00f6n sie sind, wie wertvoll, wie rein ihr Herz ist? Wer h\u00e4tte ihre Tr\u00e4nen getrocknet, ihre Wunden gepflegt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich balancierte auf einem schmalen Seil, unter mir der Abgrund. Ein einziger Fehltritt, und ich w\u00e4re gefallen. Doch da war diese sanfte Stimme in meinem Ohr, die mir zufl\u00fcsterte, dass ich sie nicht alleinlassen k\u00f6nne. Dass sie mich brauchen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb lebe ich noch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die dritte Beziehung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es fing gut an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Endlich war da jemand, der eine Vaterrolle \u00fcbernahm. Ich hatte meine lang ersehnte Familie, jemanden an meiner Seite, mit dem ich den Alltag teilte. Auf Augenh\u00f6he. Miteinander. Unterst\u00fctzend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann kam Corona. Ein kleiner Sturm zog in unseren Familienalltag ein. Anfangs unterdr\u00fcckte ich die aufkommenden Gef\u00fchle des Missmuts, ertr\u00e4nkte die Gedanken an das Ungute zwischen uns. Ich ertrug den Gedanken nicht, dass auch diese Beziehung einem Ende geweiht sein k\u00f6nnte. Inzwischen war ich Mutter von drei Kindern und hatte nicht die Kraft, wieder von vorne zu beginnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend des Lockdowns konnte ich nicht mehr arbeiten. Ich wurde auf Kurzarbeit gesetzt und \u00fcbernahm die gesamte Care-Arbeit, w\u00e4hrend mein Partner sich um die Finanzen k\u00fcmmerte. Sein Betrieb wurde \u2013 im Gegensatz zu meinem \u2013 nicht eingefroren. Deshalb schien es mir naheliegend, dass er die Kosten trug, w\u00e4hrend ich zu Hause die Kinder schulte, das Essen kochte, seine W\u00e4sche wusch und darauf achtete, dass ein warmes Essen auf dem Tisch stand, wenn er abends nach Hause kam.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich schluckte den Groll herunter, der in mir aufstieg, wenn ich ihn am Wochenende hinter geschlossener T\u00fcr vorfand, unbeteiligt am Familienleben. Schlie\u00dflich arbeitete er viel, sagte ich mir. Ich wollte nicht \u201eso\u201c sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eines Tages drehte er den Geldhahn zu, der unser Haushaltskonto speiste. \u201eBin ich denn der Depp, der hier das ganze Geld verdienen muss, w\u00e4hrend von dir kein einziger Rappen beigesteuert wird?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht war er \u00fcberfordert, vielleicht lag es an den Umst\u00e4nden \u2013 Corona war eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Zeit, f\u00fcr uns alle. Doch ich sp\u00fcrte, wie mir die Nackenhaare zu Berge standen, wie es mir kalt den R\u00fccken hinunterlief, als er mir verk\u00fcndete: \u201eEs gibt kein Haushaltsgeld mehr von mir!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Moment zerbrach etwas in mir. Die Liebe, die ich f\u00fcr ihn empfunden hatte, verpuffte. Wir stritten t\u00e4glich, die Luft war so dick, dass nur ein scharfes Messer sie h\u00e4tte zerschneiden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann fand ich auf dem Tisch einen Bankauszug. Er musste ihn fahrl\u00e4ssig liegen gelassen haben. \u201eSpasskonto\u201c stand darauf. Nun wusste ich, wohin unser Haushaltsgeld geflossen war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wieder stand ich vor einer verschlossenen T\u00fcr \u2013 dahinter eine bunte Welt, die in Wahrheit grau war. In diesen Tagen wurde der Boden bereitet f\u00fcr meine suizidalen Gedanken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Kinder, meine Verbindung zur Natur, zum Schamanismus und zur Menschlichkeit retteten mich. Sie erweckten in mir eine Kraft, deren Quelle die Liebe zu mir selbst und zu meinen Kindern ist. Gleichzeitig wuchs in mir die Wut \u00fcber die Ungerechtigkeit eines Systems, das nicht auf M\u00e4dchen, Frauen, M\u00fctter ausgerichtet ist. Ein System, das M\u00e4nnern erlaubt zu gehen, wenn es ihnen zu viel wird, wenn sie lieber ihr Geld sparen wollen. Ein System, das f\u00fcr fast jede Frau in irgendeiner Weise eine Herausforderung bedeutet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Trennung begann ein z\u00e4her Kampf um Alimente. Bis heute sieht er nicht ein, weshalb er seinen Lebensstandard senken sollte, um mir das zu geben, was uns zusteht. Nicht f\u00fcr mich. F\u00fcr unsere gemeinsame Tochter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin stolz auf meine Kinder und w\u00fcnsche mir, dass sie \u2013 bevor sie eine Partnerschaft eingehen \u2013 ihren eigenen Wert in sich selbst erkennen und festigen. Meine T\u00f6chter sollen sich von gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen l\u00f6sen und in sich die Person sehen, die sie gl\u00fccklich macht und ihnen inneren Frieden schenkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie m\u00fcssen weder Mutter noch Ehefrau sein, um als vollkommene Frauen gesehen zu werden. Im Gegenteil: Sie sind bereits vollst\u00e4ndig, genau so, wie sie sind. Ich w\u00fcnsche mir, dass sie mit Bedacht Beziehungen eingehen und nur jemanden an ihrer Seite akzeptieren, der ihnen die Wertsch\u00e4tzung entgegenbringt, die ihnen zusteht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Was ich erlebt habe, hat meinen Blick gesch\u00e4rft f\u00fcr Ungerechtigkeiten \u2014 besonders jene, die Frauen noch immer tragen m\u00fcssen. Wir k\u00f6nnen vielleicht kein ganzes System zum Einsturz bringen, doch wir k\u00f6nnen uns immer wieder f\u00fcr uns selbst entscheiden. F\u00fcr unsere Freiheit. F\u00fcr die Liebe. F\u00fcr Solidarit\u00e4t und Gleichstellung. F\u00fcr ein Leben, das uns geh\u00f6rt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal muss man durch den Schmerz gehen, ehe die innere Weisheit sich verfestigen kann. 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