{"id":418,"date":"2025-08-04T08:33:10","date_gmt":"2025-08-04T08:33:10","guid":{"rendered":"https:\/\/coraliewrites.ch\/blog\/?p=418"},"modified":"2025-10-21T15:11:39","modified_gmt":"2025-10-21T15:11:39","slug":"im-dunkeln-leuchten-die-sterne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kahlimamag.ch\/blog\/im-dunkeln-leuchten-die-sterne\/","title":{"rendered":"Im Dunkeln leuchten die Sterne"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn sich die Dunkelheit still und leise \u00fcber die Landschaft legt und das Licht hinter dem Horizont verschwindet, beginnen die Sterne zu leuchten. Im Grunde sind sie immer da \u2013 ganz gleich, wie hell die Sonne strahlt. Im Grunde ist alles immer da: Sonne, Mond, Sterne \u2013 die gesamte Galaxie. Doch nicht alle Elemente nehmen stets denselben Raum ein. Bei Sonnenlicht werden die Schatten sichtbar, bei Nacht die Lichter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das eine kann ohne das andere nicht wahrgenommen werden. So sehe ich auch die Sterne unter den Menschen \u2013 im Zusammenspiel der Natur, wenn sich Dunkelheit \u00fcber unsere Welt ausbreitet. Dann, wenn ein kleiner Teil der Bev\u00f6lkerung versucht, das gesamte Licht f\u00fcr sich zu beanspruchen, als w\u00e4ren sie wie Insekten, die von strahlenden Lampen angezogen werden, nur um wie besessen um sie zu kreisen. Sie verschlucken das Licht und lassen die anderen im Dunkeln \u2013 ohne zu bedenken, dass gerade diese Dunkelheit die Sterne zum Leuchten bringt. Die Lauten, die Liebevollen, die Sorgenden, jene mit strahlenden Seelen und reinem Herzen treten hervor und erhellen das D\u00fcstere der Welt. Menschen, die anders sind, als es die Norm verlangt \u2013 solche, die hinterfragen, auffallen und anecken \u2013 glitzern im Schatten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es f\u00e4llt mir nicht leicht hinzusehen. Dorthin, wo es weh tut, wo sich der Abgrund menschlichen Verhaltens zeigt. Wenn die Schw\u00e4chsten und Kleinsten angegriffen werden, wenn das Grundrecht auf Schutz verwehrt bleibt, wenn das Gleichgewicht der Gesellschaft aus den Fugen ger\u00e4t \u2013 dann f\u00fchlt es sich an wie auf einem sinkenden Schiff. Ja, das schmerzt. Dann m\u00f6chte ich lieber nur im Sonnenlicht stehen, die W\u00e4rme auf der Haut sp\u00fcren und nie mehr an Regen, Sturm oder Nacht denken. Und doch entscheide ich mich, die Augen zu \u00f6ffnen, den stechenden Schmerz in der Brust auszuhalten \u2013 so lange, bis er sich verwandelt. In Kraft. In Mut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht sind es gerade diese Momente der Dunkelheit, in denen wir nicht nur nach den Sternen am Himmel, sondern auch nach dem Licht in uns selbst suchen. Denn was im Gro\u00dfen geschieht, spiegelt sich oft im Kleinen wider \u2013 in unseren Geschichten, Pr\u00e4gungen, Erinnerungen. Schmerz kann h\u00e4sslich sein, grau und tr\u00fcb wie eine matschige Suppe, die einem den Magen verdirbt. Doch er kann s\u00fc\u00df sein, wenn er mit Liebe gew\u00fcrzt ist \u2013 wie eine Melodie, die durch die Zellen flie\u00dft und kleine, bitters\u00fc\u00dfe Nadelstiche hinterl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gilt, diesen bitters\u00fc\u00dfen Schmerz zu finden \u2013 in der Dunkelheit, im Abgrund des Menschlichen, dort, wo das Licht von den M\u00e4chtigen dieser Welt gestohlen wird. Denn genau dort werden ungeh\u00f6rte Stimmen lauter, Freundschaften enger, Ideen kreativer und die Solidarit\u00e4t gr\u00f6\u00dfer. Vielleicht k\u00f6nnen wir die Motten, die sich nur am Licht festklammern, nicht davon abhalten, es f\u00fcr sich allein zu beanspruchen. Aber wir k\u00f6nnen \u2013 egal wie dunkel die Welt erscheint \u2013 immer Ausschau nach den Sternen halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn sich die Dunkelheit still und leise \u00fcber die Landschaft legt und das Licht hinter&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","footnotes":""},"categories":[25],"tags":[],"class_list":["post-418","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-poesie-und-spiritualitaet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kahlimamag.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/418","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kahlimamag.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kahlimamag.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kahlimamag.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kahlimamag.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=418"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/kahlimamag.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/418\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2552,"href":"https:\/\/kahlimamag.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/418\/revisions\/2552"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kahlimamag.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=418"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kahlimamag.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=418"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kahlimamag.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=418"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}